Einladung zum Dialog

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch hat als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz in seinem Eröffnungsreferat zur Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe im September 2010 ein „Plädoyer für eine pilgernde, hörende und dienende Kirche“ abgegeben.

In seinem Impulsvortrag vor den Bischöfen Deutschlands formulierte er angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen für die Kirche in Deutschland das Ziel, die Seelsorge deutlicher missionarisch auszurichten, sich stärker auf die Menschen zuzubewegen und den Gläubigen noch mehr Weggefährten zu sein. Hierzu regte er einen neuen, gemeinsamen und zielgerichteten geistlichen Gesprächsprozess in den deutschen (Erz-)Diözesen sowie auf der Ebene der Bischofskonferenz an.

 

Was ist gemeint, wenn von diesem Gesprächsprozess als einem „Dialog im Licht des Evangeliums“ gesprochen wird?

Dialog

  • greift Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils auf

Dialog ist

  • ein geistlicher Prozess
  • eine Grundhaltung und keine Methode
  • grundsätzlich offen für alle Themen nach innen und nach außen gerichtet

Geistlicher Dialog

  • bedarf der Kunst des "rechten Hörens"
  • bedeutet auf Gott und aufeinander hören
  • lebt vom Perspektivwechsel
  • sucht nach Wegen der geistlichen Entscheidungsfindung
  • sucht nach einmütigen Entscheidungen
  • braucht Zeiten der Unterbrechung, der Stille, des Gebets und der biblischen Lesung

Der Erzbischof lädt dazu ein, dass sich möglichst viele Menschen an diesem „Dialog im Licht des Evangeliums" beteiligen und alle ihre Überlegungen und Erfahrungen mit einbringen.

„Der Dialog kann [...] nur gelingen, wenn er zu einem fundamental geistlichen Geschehen wird, in dem die Kirche sich neu ihrer Mitte vergewissert. Es geht um Gott und seine Offenbarung in dieser Welt. Die Kirche muss wieder erkennbar werden als Ort, an dem Menschen Zugang finden zu einer Wahrheit, die sie beglückt und frei macht, die sie ihr ganzes, zugleich so buntes wie auch gefährdetes Leben verstehen lässt.“

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch